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Situation in Deutschland ähnlich zu Österreich

B2B-Newsletter > 2012 - Archiv > NL 13_12

Altersarmut droht im großen Umfang!
Ministerin van der Leyen legt Zahlen auf den Tisch.

Während in Österreich Sozialminister und sogar Bundeskanzler (Rentner-Briefe vor Wahlen) die Bevölkerung seit vielen Jahren von der Sicherheit der staatlichen Pension „überzeugen" wollen und sich Konsumentenschützer und zuletzt die Arbeiterkammer Oberösterreich völlig überzogen auf die private Vorsorge einschossen (weil ja die staatliche Pension gesichert sei), legte nun die deutsche Sozialministerin Zahlen auf den Tisch. Und fordert eine Zuschuss-Pension, um den Weg zum Sozialamt vermeiden zu können. Man beachte: Die Dame kommt nicht aus der SPD, sondern der CDU!
Doch das Diktat der alarmierenden Zahlen, die eine Studie im Auftrag des Sozialministeriums aufdeckte, rüttelt auf. Laut Ministerin Ursula von der Leyen drohe jedem dritten Arbeitnehmer eine Rente unter der Grundsicherung von 688 Euro. Mit ihrer Idee der Zuschuss-Rente beißt sie jedoch bei ihrer eigenen Partei und bei Frau Merkel auf Granit.

Doch das Armutsrisiko künftiger Rentner ist deutlich höher als bislang bekannt.
Deutsche Medien (Spiegel, Stern, Bild am Sonntag) zitierten aus der Studie. Danach droht Arbeitnehmern, die 2500 Euro brutto im Monat verdienen und 35 Jahre Vollzeit gearbeitet haben, nur eine Rente in Höhe des Grundsicherungsbetrags von 688 Euro.

Da laut deutschen Statistischen Bundesamts im Jahre 2010 mehr als ein Drittel aller Vollzeitbeschäftigten weniger als 2500 Euro im Monat verdienten, würde das also bedeuten, dass ein Drittel der Vollzeitbeschäftigten in der Pension zum Sozialamt pilgern müssen, weil sie weniger als 688 Euro Pension bekommen werden.

Ursache dafür sind die Renten-Reformen der vergangenen Jahre.

Langsam begann sich in den letzten Wochen diese Diskussion auch nach Österreich auszubreiten. Allerdings nur in den Medien. Politiker und Konsumentenschützer glauben noch immer an die Sicherheit der staatlichen Pension. Und daran, dass man davon auch leben wird können.

Doch die Zahlen lassen auch bei uns anderes erwarten.
Das Profil brachte unlängst ein plastisches Beispiel, das die Dramatik der Situation beschreibt: „Ex-Innenminister Karl Blecha, 78, bezieht heute 15.000 Euro Rente monatlich, Staatssekretär Sebastian Kurz, 26, muss froh sein, wenn es später für 2.500 Euro reicht."


Und Profil listet alle Ursachen und Einsparungsmaßnahmen auf, die auch in Österreich zu dramatisch sinkenden Pensionen und möglicher Altersarmut führen werden. Man recherchierte, dass ein(e) heute 40-jährige(r) mit 2.500 Euro Brutto-Gehalt maximal auf rund 1.300 Euro Pension im Jahre 2030 kommen könne. Im Idealfall also, d.h. wenn er/sie bis 65 arbeiten kann und keine Arbeitslosigkeit, keine Berufswechsel oder Babypause aufweist.

Etwas mehr Pension als in Deutschland prognostiziert, aber ob man dann davon leben wird können?

Die Gründe für diesen „Pensions-Absturz" sind ident, wie in Deutschland: Die ständigen Pensionsreformen, die eigentlich Einsparungen sind.

Durchrechnungszeit steigt von den besten 15 Verdienstjahren auf die gesamte Erwerbszeit bis 2030. Ab dann zählt jedes Jahr für die Pension. Studentenjobs, (unbezahlte) Praktika, Teilzeit, Arbeitslosigkeit, schlechtere Bezahlung nach Jobwechsel: All das reduziert künftig dramatisch die Höhe der eigenen Pension.

„Dank" Rechenstift wird jedes Jahr weniger wert:
Erhielt man früher mit 40 Arbeitsjahren 80 % der Bemessungsgrundlage (somit zählte jedes Jahr 2 %), muss man nun 45 Jahre arbeiten, um obige 80 % zu erlangen. D.h. Ein Jahr wird nur mehr mit 1,78 % berücksichtigt und bringt daher weniger Pension ein, als früher.

Schonfrist läuft aus. Die letzten Pensionsreformen hatten eine Deckelung eingebaut: Die Verluste aus allen „Reformen" waren gedeckelt. Ab dem Jahre 2025 gibt es dies nicht mehr, d.h. alle Sparmaßnahmen schlagen zu.
Dazu Ulrich Schuh, Leiter des Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria und Pensionsspezialist im Profil: „Allein schon durch die bereits beschlossenen Pensionsreformen wird die Pensionshöhe bis zum Jahre 2030 um bis zu 25 Prozent zurück gefahren".

Dieser Artikel ist ein Beitrag des aktuellen BAV-Newsletter der Zürich Versicherungs-Aktiengesellschaft.
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Foto Geld im Glas_aboutpixel.de - Fotograph_daylight

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